Grußwort des Rektors – Prof. Dr. Herbert Grüner

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zuge der Ausdifferenzierung der Entwicklung, Nutzung und Umnutzung kreislauffähiger Produkte, Leistungen und Systeme ist in den letzten Jahren der Begriff „Upcycling“ entstanden. Er steht für eine Suchbewegung, die das „Downcycling“ in vielen Recycling-Prozessen zum Gegenstand von Recherche, Analyse und Entwicklung macht. Ziel des „Up“ ist die Verlängerung von Produktlebenszyklen und die Erweiterung des Portfolios kreislauffähiger Produkte, Leistungen und Systeme. Es geht um Materialen, Technologien und Fertigungsverfahren, aber auch um Denk- und Kommunikationsprozesse, die dazu beitragen den Wandel der Wegwerf-Gesellschaft zu unterstützen und den Transfer in nachhaltige Lebenswelten zu gestalten.

In Kooperation mit „Entsorgung kommunal“ greifen wir als Hochschule für Künste diesen Trend auf und überprüfen Sammeln und Sortieren, Transport und Lagerung, Produktion und Distribution von Abfallprodukten auf Optionen für Reparatur, Nach- und Umnutzung oder Weiterverarbeitung. Dies geschieht im Rahmen eines Hochschulwettbewerbs, der nicht zuletzt durch die Bremer Umwelt- und Entsorgungsbetriebe ermöglicht worden ist. Gemeinsam fördern wir mit dem „Innovationspreis Upcycling“ zusätzliche Wertschöpfungsoptionen – durch neue Lösungen, innovative Gestaltungen oder durch zusätzliche ökonomische Potentiale. Reparaturfreundlichkeit, Verlängerung der Nutzungsdauer und Produktoptimierung sind effektive Ansätze, um den Verbrauch von Ressourcen zu verringern und die Vermeidung von Abfällen zu fördern. Zusätzlich steht die Entwicklung von Produkten und Strategien, die neue Nutzungsoptionen für existierende Abfälle ermöglichen, auf dem Programm.

Im Kontext des Wettbewerbs werden neue Lehr-/Lernkonzepte entwickelt, wodurch die Hochschule für Künste Bremen einen innovativen Beitrag zum Konzept des Ecodesign liefert. Gemeinsam entwickeln Lehrende und Studierende Strategien entwickelt wie Designer/innen Spielräume in Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen schaffen und/oder nutzen können. Es geht um Ideen und Konzepte, Materialität und Funktionalität und um Antworten auf die Frage wie diese Kriterien in Einklang mit dem Ideengelände des Upcyclings gebracht werden können.

An dieser Stelle danke ich besonders der „Entsorgung kommunal“ für das Vertrauen, das Engagement und die professionelle Kooperation mit unserer Hochschule. Gleichzeitig danke ich aber auch den Studierenden und Lehrenden, die sich in diesem Projekt engagieren. Dieses Wettbewerb ist ein gutes Beispiel wie regionale Akteure zusammenarbeiten können, bei einem Thema, das weit über die regionalen Grenzen hinaus bedeutsam ist. Ich wünsche dem Projekt und den Beteiligten viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Herbert Grüner
Rektor der Hochschule für Künste Bremen