Prof. Andreas Kramer

Für mehr Ökonomie!

Warum müssen wir uns eigentlich mit Ökologie beschäftigen? Warum ist es nicht selbstverständlich, dass Artefakte mit geringsten Mengen an Materialien, Energie und Umweltbelastung, gefertigt, benutzt und wiederverwertet werden? Das müsst doch eigentlich viel ökonomischer sein? Dennoch scheint immer noch Ökonomie und Ökologie ein genereller Widerspruch zu sein. Wie kann das sein?

Offensichtlich ist es immer noch preiswerter endliche Wertstoffe wie z.B. fossile Rohstoffe zu verbrennen, anstatt sich bewusst zu machen, dass wir davon beim aktuellen Verbrauch, lediglich noch ca. 100 Jahre haben. Scheinbar ist es langfristig günstiger minderwertige Produkte für einen kurzen Lebenszyklus zu produzieren, anstatt langlebige, reparierbare Gegenstände herzustellen. Energie scheint so preiswert zu sein, dass es offensichtlich keine Rolle spielt, wie groß die Stecke zwischen dem Herstellungsort und dem Verbraucher ist. Immer noch deponieren wir unsere Probleme lieber, zum Teil auf Millionen von Jahren – sollen doch unsere Enkel eine Lösung für den Atommüll finden.

Das sich das alles ökonomisch rächt, ist uns längst klar. Umweltkatastrophen durch Klimawandel, Krankheiten durch Umweltbelastung, Wassermangel, Ressourcenknappheit, unwürdige Lebensverhältnisse, etc., kosten genauso viel, wie wir einsparen, wenn wir heute nicht nachhaltig handeln. Eigentlich eine ganz einfache Gleichung in der die Frage nach Ökologie überflüssig ist, oder? Ökologie ist in einer langfristig angelegten Marktwirtschaft überflüssig.

Ein Gestalter kann diese Aufgabe alleine nicht lösen, dazu bedarf es große gesellschaftliche Veränderungen… Er kann aber mit diesem Bewusstsein und seinen Fähigkeiten dazu beitragen, dass die Welt ein klein wenig ökonomischer wird.