Presse + Medien

Hier findest du unsere Presseinfos. Gern stehen wir für Fragen persönlich zur Verfügung.
Meijun Yan, Margarethe Pietsch, Theresa Albert und Bettina Catler-Pelz

Info vom 10.2.2014: Die Preisträger/innen

Gemeinsam mit „Entsorgung kommunal“ hat die Hochschule für Künste Bremen den „Innovationspreis Upcycling“ für nachhaltige Designstrategien und Produktlösungen aus Abfall ausgelobt. Zur Teilnahme aufgefordert waren Studierende und Alumni. Gestern wurden die Preisträger/innen bekannt gegeben.

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Upcycling-Logo blau

 

 

 

Preis der Jury
Mit dem Preis der Jury wurden folgende Beiträge ausgezeichnet:

1. Preis: „Neu!“ von Anna Hadzelek
Hervorragend fand die Jury das Konzept eines Abonnements für Oberbekleidung. Wesentliches Kriterium in der Entwicklung der Kollektion sind Materialwahl, Schnitte und Verarbeitungen, die Mehrfachnutzungen ermöglichen. Durch die sortenreine Rückführung sind Weiterverwendung und Überarbeitung möglich, modische Adaptionen sind ebenfalls eingeschlossen.

Statement der Jury / Dirk Jepsen
Getrieben durch das Primat des modischen Wandels und die damit einhergehenden immer kürzeren Nutzungszyklen drängt ein unverändert anschwellender Strom an Bekleidungstextilien auf den europäischen Markt. Angesichts der z.T. verheerenden ökologischen Lasten der Textilproduktion und der regelmäßig doch eher minderwertigen Verwertungsoptionen für Alttextilien ist eine wirklich nachhaltige Transformation der Konsummuster eine der zentralen umweltpolitischen Herausforderungen in Europa. An dieser entscheidenden Stelle setzt der Beitrag „NEU!“ von Anna Hadzelek an. Indem sie das Vermarktungsmodell für modische Kleidung grundlegend neu denkt und konzeptionell in ein Abonnement-System überführt, schafft sie die zentrale Voraussetzung, das Nutzungsmuster von diesen Textilien von einem kurzlebigen Wegwerfartikel hin zu einem langfristig immer wiederkehrend genutzten Wertprodukt zu transformieren. Ein Modelabel würde auf diese Art Kundenbindung und Wertschöpfung gewinnen, die es erlauben, Textilien einer grundlegend anderen Qualität herzustellen und zu bewirtschaften. Anna Hadzelek leitet sehr stringent die zentralen Design-Anforderungen ab, die einem solchen Qualitätswandel der Textilprodukte entsprächen und entwickelt auf dieser Basis ein ausgearbeitetes Modulkonzept für ein flexibles (Re)Design. Aus einer ökologischen Perspektive ist zu konstatieren, dass derart reparierbare aber eben auch aufrüstbare Kleidungsstücke vermutlich in der Lage wären, wirklich dem hohen Anspruch eines „Up“-cycling zu entsprechen. Hier könnte gewährleistet werden, dass das „Up-Cycling“-Produkt wirklich eine zumindest gleichwertige oder gar höherwertige Nutzungsfunktionalität generiert als das ursprüngliche Ausgangsprodukt. Aufgrund der aktuellen umweltpolitischen Relevanz, der Durchdringung der Transformationsnotwendigkeit zentraler Rahmensetzungen und der konsequenten Umsetzung in ein Design-Konzept leistet die vorliegende Arbeit einen wegweisenden Beitrag zur Diskussion um die mögliche Ausformung und Funktion eines „Up-Cycling“.

1. Preis: „MLKL“ von Jeongdae Kim
Besonders beachtenswert fand die Jury ein Modul aus organischen Abfällen, das mit einem Naturharz vergossen, zur Befestigung von Landschaften genutzt werden kann und im Laufe der Zeit vollständig in die natürlichen Kreisläufe integriert wird. Die Produktion kann vor Ort erfolgen und lokale Abfälle nutzen. Durch die modulare Struktur sind beliebig große Flächen und Formate bearbeitbar.

Statement der Jury / Prof. Dr. Rolf Sachsse
Mit seinem modularen System MLKL entwirft Jongdae Kim ein ökologisch wie gestalterisch prozessuales Produkt von großer Überzeugungskraft: Auf erodierten Hängen und Böschungen werden Pflanzcontainer aufgelegt, in die Samen passender Schnellwurzler wie Bambus, Eiche oder Paulownia eingesetzt werden. Nach kurzer Zeit übernehmen die Wurzeln die Festigung des Erdreichs, und die Pflanzcontainer lösen sich auf. Die Pflanzcontainer selbst werden aus lokalen Abfallmaterialien wie Stroh, Dung, Haar und Laub mit biologischen Bindemitteln in Hohlformen gepresst und wie Ziegel getrocknet. Das Besondere am Entwurf von Jeongdae Kim ist die Form: Sie ermöglicht bei leichtem Gefälle und geringer Erosion die Bildung lockerer Netzstrukturen und bei starkem Gefälle durch die dichtere Verlegung von positiver und negativer Form eine entsprechend engere Vernetzung. Dies ist nur durch das Design möglich: Die Form eines flachen Bogens mit modularen Anschlüssen samt einfacher Verschlusskappen ist unmittelbar verständlich und universell verwendbar. Am Ende löst sich das Objekt in seiner Verwendung auf: So muss Design sein!

1. Preis: „Der Lattenrost-Klapphocker“ von Gerda Marie Noholt
Besonders signifikant war der Klapphocker, der aus einem Lattenrost ohne Einsatz zusätzlichen Materials entstehen kann.

Statement der Jury / Dr. Jens Rösler
Das Konzept ist einfach, aber klug und nachhaltig: Bevor ein Gegenstand weggeworfen wird, wird darüber nachgedacht, ob dieser gebrauchte ausrangierte Gegenstand einer anderen Funktion oder durch Modifikationen einer völlig anderen Nutzung zugeführt werden kann. Diese Idee hat Gerda Marie Noholt aufgegriffen und aus einem Lattenrost einen Klapp-Hocker entwickelt. Das Lattenrost wird in seine Bestandteile zerlegt, die vorhandenen Materialien werden wieder verwendet, in Form und Länge angepasst und daraus der Hocker neu konstruiert. Es entsteht ein neuer Gebrauchsgegenstand – ästhetisch, funktional und doch zeigt er eindeutig, aus welchem ursprünglichen Gegenstand er neu angefertigt worden ist. Gerda Marie Noholts Idee ist ein beispielhaftes Konzept, dass in jedem Haushalt individuell umgesetzt werden kann. Ob mit wenigen Handgriffen oder ein bischen handwerklichem Geschick – es hilft durch Wiederverwendung Abfälle zu reduzieren und schont Ressourcen.

Alle drei Preise sind mit 1.200 € dotiert.

Sonderpreis von Entsorgung kommunal
Zusätzlich hat Entsorgung kommunal hat zusätzlich einen Sonderpreis gestiftet:

Sonderpreis:„Re-Pac” von Emilia Kepkowski
Zur Vermeidung des Plastikmülls beim Einkauf von Obst und Gemüse kann es in Zukunft eine Pfandtasche geben, die mit einem Transponder ausgestattet ist, der die Infos über Inhalt, Nutzungen und Reinigungsmöglichkeiten enthält.

Statement der Jury / Insa Nanninga
Die Jury hat sich entschlossen, den Entwurf von Emilia Kepkowski mit dem Titel „Re-Pac“ mit einem von Entsorgung kommunal zusätzlich gestifteten Sonderpreis zu würdigen: Vorgestellt wurde ein durchdachtes System zur Vermeidung von Plastiktüten beim Einkauf von Obst und Gemüse. Emilia Kepkowski greift eine aktuell europaweit geführte politische Diskussion um das Verbot von Plastiktüten auf und bietet dazu ein im Handel umsetzbares Konzept an. Vorgestellt wurde eine mit einem Transponder ausgestattete Pfandtasche. Der Chip kann alle notwendigen Daten beim Wiegen der Ware und für den Bezahlvorgang ebenso aufnehmen, wie andere Daten z.B. des Lebenszyklus des Beutels. Die Beutel können mehrfach verwendet werden. Sind sie verschmutzt, werden sie gereinigt und gegen saubere Beutel getauscht. Die Gestaltung der Beutel ist ansprechend und zweckmäßig. Die Umsetzung des Konzeptes würde einen erheblichen Beitrag zu Vermeidung der Plastiktüten leisten. Als durchdachtes Konzept ist der Entwurf eines Sonderpreises würdig.

Der Preis ist mit 1.000 € dotiert.

Lobende Erwähnung der Jury
Mit einer lobenden Erwähnung wurde das Ausstellungskonzept hervorgehoben.

Lobende Erwähnung: „Ausstellungskonzept“ von Lisa Ehehalt, Karina Liutaia, Alina Lusici und Daniel Krafft
Das Ausstellungs- und das Navigationssystem wurden fast vollständig aus Abfallmaterialien erstellt. Zentrale Materialien waren Transportkisten, die nicht in einen Wiederverwendungskreislauf eingebunden sind und die täglich als Müll anfallen. Sie wurden zur Ausstellungsarchitektur, die durch ein Lichtsystem aus Konservendosen mit LED-Lampen in Szene gesetzt wurde.

Statement der Jury / Bettina Catler-Pelz
Gutes Ausstellungsdesign basiert auf echten Win-Win-Szenarien – unterschiedlichste Exponate im besten Licht, der Ausstellungsraum und sein Interieur optimal kartografiert, intuitive Orientierung für die Besucher/innen und Erkennbarkeit des leitenden Interesses der Ausstellung sind dabei essentiell. Für den Innovationspreis Upcycling entwickelten Lisa Ehehalt, Karina Liutaia, Daniel Krafft und Alina Lusici ein Ausstellungssystem aus einer Unmenge an Transportkisten, die gewöhnlich nur einmal genutzt werden. Es entstanden Sockel, Sitzmöbel und Raumteiler, die je nach Exponat variabel eingesetzt wurden. Einzige Neumaterialien waren Kabel, Fassungen und LED-Lampen, mit denen sie ein effizientes Lichtsystem realisierten. Das Ausstellungssystem ist ein echtes Upgrade für die Wegwerf-Transportkisten, zeigte vielfältige Mehrfachnutzungsoptionen und veranschaulichte zugleich ein Müllproblem – eine bemerkenswerte und beispielhafte Lösung.

Jury
Zur Jury gehörten Roswitha Blöthe (Referatsleiterin der Blockland-Deponie Bremen), Bettina Catler-Pelz (Masterstudio Material und Technologie), Natascha Charkazi (Entsorgung kommunal, Unternehmenskommunikation), Dr.-Ing. Jens Hoheisel (Innowi), Dirk Jepsen und Susanne Volz (Ökopol), Prof. Andreas Kramer(Masterstudio Material und Technologie), Insa Nanninga (Senator für Bau, Umwelt und Verkehr/ Leiterin des Referats Kreislauf- und Abfallwirtschaft), Dr. Jens Rösler (SUBV/ Kommissarischer Abschnittsleiter Kommunale Abfallwirtschaft), Prof. Dr. Rolf Sachsse (Hochschule für Bildende Künste Saar, Professur für Designtheorie), Prof. Aart van Bezooyen (Material Stories und Kunsthochschule Halle, Professur für Material- und Technologievermittlung), Antje von Horn (Umweltbetrieb Bremen, Bereichsleitung Kundenmanagement).

Preis der Community
Mit dem Preis der Community wurden folgende Beiträge ausgezeichnet:
Auf der Crowdstorming-Plattform „Jovoto.de“ gab es ein Online-Forum für alle Projektteilnehmer/innen. Für den Preis der Community waren alle die, die auch Beiträge eingereicht haben, stimmberechtigt.

1. Preis: “Dancing in the Rain” von Lisa Lütkefedder
Sehr schön ist die Idee mit nicht genutzten oder ausrangierten Duschvorhängen eine regensichere Ausstattung für Open-Air-Festival Besuche zu schaffen – zu sehen waren ein Regencape, eine Kulturtasche und ein Sammelbeutel.

2. Preis: “Ballzutat“ von Theresa Albert
Für Bälle, die im Sport eingesetzt werden, gibt es kaum Wiederverwertungen. Theresa Albert hat Bälle gesammelt, aufgetrennt und in Uhrenarmbänder verwandelt.

3. Preis: „Freischwinger“ von Sven Rose
Die Tischleuchte setzt sich aus Restholz, einem Kabel mit einer Fassung, einer LED Lampe und Karton als Verpackung zusammen. Die Verpackung wird zum Leuchtenschirm und über das Kabel in einer Nut werden die Einzelteile miteinander verbunden.

Preis des Publikums
Mit dem Publikumspreis wurde folgende Beiträge ausgezeichnet:
Während der Hochschultage wurden 29 vorjurierte Beiträge in einer Ausstellung gezeigt. Das Publikum konnte sich mit je einer Stimme für den Preis des Publikums aussprechen.

1. Preis: „Ballzutat“ Theresa Albert
Große Begeisterung rief die Kollektion aus Uhrenarmbändern aus nicht mehr nutzbaren Sportbällen hervor.

2. Preis „Der Lattenrost-Klapphocker“ von Gerda Marie Noholt
Als eine ideale Lösung für ein zweites Leben für Lattenroste wurde der Hocker angesehen, der mit wenigen Handgriffen gebaut werden kann.

3. Preis: „Waschbecken aus Bildröhrenfernsehern“ von Daniel Krafft
Bildröhren sind formschön und ein hochwertiges Industrieglas, so dass es lohnenswert ist, sie für eine Zweitnutzung als Waschbecken umzubauen.

Kontakt:
Bettina Catler-Pelz, Leitung Masterstudio Material und Technologie
T +49 421 95951262

Info vom 4.2.2014

Zu den Hochschultagen am 8. und 9. Februar 2014 werden die besten Semesterbeiträge, die im Rahmen des Lehrprojektes „Upcycling“ entstanden sind, gezeigt. Das Publikum ist eingeladen, die verschiedenen Beispiele zu diskutieren und ihre Stimme für die angregendsten Beiträge abzugeben. Hier ein Überblick. Außerdem gibt es eine Reihe von Vorträgen, die den Trend „Upcycling“ beleuchten. Hier die Infos. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Die Öffnungszeiten sind am Samstag, 8.2.2014, 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr und Sonntag, 9.2.2014, 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr.

Info vom 13.11.2013

Im Laufe des Wintersemesters 2013/2014 steht in verschiedenen Lehrveranstaltungen und Projekten die Idee des „Upcycling“ im Mittelpunkt und Studierende der Hochschule für Künste Bremen untersuchen, welche Optionen sich im Unterschied zu den schon bekannten Verfahren und Strategien des „Recycling“ entwickeln lassen.

Warum ist das Thema für uns interessant? – Laut Statistischem Bundesamt produziert jeder Deutsche jedes Jahr etwa 463 Kilogramm Haushaltsmüll. Inzwischen ermöglichen verschiedene Recycling-Verfahren eine Weiterverarbeitung, die jedoch oft als „Downcycling“ beschrieben werden kann, d.h. am Ende der Weiterverarbeitung steht ein geringer wertiges Material oder Produkt. Als junge Designer/innen erkunden wir die Möglichkeiten, Materialien, Verfahren und Produkte zu entwickeln, die Nutzungszyklen verlängern oder Transformationen ermöglichen, die gleich oder höherwertige Resultate erzeugt – also zum „Upgrade“ führt.

Zu den Hochschultagen im Februar 2014 werden die besten Konzepte und Projekte der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu wird ein zweistufigen Wettbewerb realisiert, zu dem Studierende und Alumni der Hochschule für Künste Bremen eingeladen sind. Am 8. und 9. Februar 2014 werden die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert und im Rahmen eines Symposiums diskutiert.

Organisiert und ausgerichtet wird der Wettbewerb von Master-Studierenden des Integrierten Designs der Hochschule für Künste Bremen mit Unterstützung des Verbundes der Bremer Umweltbetriebe „Entsorgung kommunal“.

Info vom 5.11.2013

„Upcycling“ heißt das aktuelle Designthema, mit welchem sich eine Vielzahl Student/inn/en des Fachbereichs Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen dieses Semester beschäftigen. Der Begriff „Upcycling“ entstand in den 1980er Jahren in Anlehnung an den Begriff des „Recycling“, mit dem Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten in der Abfallwirtschaft beschrieben werden. Mit den Vorsilben Up-, Down- und Re- kann also angegeben werden, ob in der Wiederverwendung eine Wertsteigerung, ein Wertverlust oder keine Veränderung stattfindet.

In verschiedenen Lehrveranstaltungen beschäftigen sich die Studierenden mit dem Thema – inhaltlich wie auch praktisch. Was bedeutet Upcycling? Woher kommt der Begriff und wofür ist diese spezielle Art der Wiederverwertung gut? Einen guten Rahmen zu einer ersten Evaluation bot die Ausstellung des „Recyclingdesignpreises“ im Museum „Marta“ in Herford. In den nächsten Wochen werden in diversen Lehrangeboten unterschiedlichste Materialien und Verfahren bearbeitet und in individuelle Projekte umgesetzt.

Das Hochschul-weite Projekt wird koordiniert von Bettina Catler-Pelz und Prof. Andreas Kramer, die das Masterstudio Material und Technologie an der Hochschule für Künste Bremen leiten.

Info vom 31.10.2013

Zur Förderung neuer und nachhaltiger Ideen zur Rückführung von Abfall in Nutzungskreisläufe loben die Hochschule für Künste Bremen und „Entsorgung kommunal“ gemeinsam den „Innovationspreis Upcycling“ aus. Bewerben können sich Studierende und Alumni der Hochschule für Künste Bremen.

Im Design von Produkten und Projekten können Gestalter/innen und Künstler/innen jede Phase des stofflichen Lebens- und Nutzungsweges mitgestalten, verschiedene Wertschöpfungsoptionen beeinflussen und nachhaltige Innovationen ermöglichen. Die Idee des Innovationspreises Upcycling ist es, neue Gestaltungsansätze zu entwickeln, in dem durch innovative Designkonzepte Lebenswege verlängert, Umweltbelastungen über den gesamten Lebensweg vermindert und neue Nutzungsoptionen erschlossen werden können.

Zur Bewertung der Umweltperformance von Produkten ist eine detaillierte Kenntnis des Aufbaus, der Herstellung und der Nutzung des zu bewertenden Produktes erforderlich, um der Bewertung die entscheidenden Faktoren zu berücksichtigen. Umweltbelastungen zu minimieren ist es wichtige Aufgabe für das zeitgenössische Design. Durch die Integration von Umweltfragen in die Entwicklung, basierend auf den Methoden der Umweltbewertung und Produktanalysen, ist es in allen Phasen der Projekt- und Produktentwicklung möglich, das Design in Bezug auf die Umweltaspekte zu optimieren.

In der Neubewertung von Abfallmaterialien liegt ein weiteres Potential für die Verbesserung der Umweltperformance. Mit dem „Innovationspreis Upcycling“ werden Konzepte, Projekte, Produkte oder Dienstleistungen ausgezeichnet, die durch Idee und Perspektive, konzeptionelle Umsetzung, Materialien und Verfahren, Formsprache und Gestaltung kreislauffähiger Produkte im weitesten Sinn des Wortes überzeugen. Gesucht werden umweltgerechte, nachhaltige Alternativen zur Entsorgung von Hausmüll – einschließlich Umnutzung, Reparaturverfahren oder Überarbeitung bis zu Kommunikationskonzepten. Es können Konzepte, Studien und Produkte aus allen Design- und Kunstsparten (einschließlich der Musik) eingereicht werden.

Die eingereichten Beiträge sollen sich durch innovative Herangehensweise, außerordentliche Gestaltungsqualität und ein überdurchschnittliches Maß an Umweltverträglichkeit bezogen auf den gesamten Lebens- und Nutzungszyklus auszeichnen. Dabei spielen Umweltentlastung und Nutzungsfreundlichkeit eine wesentliche Rolle in der Beurteilung. Die Arbeiten sollten sowohl aus Design- als auch aus Umweltsicht einen hohen Innovationsgrad wie auch ein erkennbares Potential der Realisierbarkeit aufweisen.

Info vom 20.10.2013

Der Verbund der Bremer Umweltbetriebe „Entsorgung kommunal“ lobt zusammen mit der Hochschule für Künste Bremen zum ersten Mal den „Innovationspreis Upcycling“ aus. In der Auseinandersetzung mit Abfallaufkommen, Abfallverwertung und Abfallwirtschaft sollen innovative Ecodesign-Lösungen und nachhaltige Designstrategien entstehen, die dazu beitragen die Nutzungsdauer von Materialien, Produkten und Verfahren zu verlängern, ihre Kreislauffähigkeit zu erweitern und Abfallaufkommen zu verringern. Dabei geht es nicht um 100%-Lösungen, sondern um Ideen und Konzepte, die im Denken und Handeln zur Verbesserung des Staus Quo beitragen können.

In der Charta für nachhaltiges Design benennt die Allianz Deutscher Designer/innen materialeffizient und materialgerecht, energieeffizient und schadstoffarm, abfallarm oder abfallvermindernd, langlebig sowie recycling- und entsorgungsgerecht, nutzungs- und logistikgerecht, sozial verträglich, wirtschaftlich und erfolgreich als wesentiche Parameter für nachhaltiges Design. In Lehrprojekten werden diese verschiedenen Aspekte diskutiert und evaluiert, bevor sie in individuellen Projekten umgesetzt werden. Dafür stellt „Entsorgung kommunal“ die Ressourcen bereit. In Kooperation mit den Sammelstellen und Deponien werden die Materialien bereitgestellt, die von den Studierenden ausgewählt werden. Auch Kenntnisse und Kompetenzen aus der Praxis der Abfallwirtschaft fließen in die Recherche ein.